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Die Nacht der fliegende Mäuse
Die Brieselanger Gruppe des Naturschutzbunds lud zu einer spannenden Exkursion in die Oberförsterei
SOPHIE KRAUSE
BRIESELANG Anlässlich der europäischen Fledermausnacht hatte die Brieselanger Gruppe des Naturschutzbunds (Nabu) Freitagabend in die Oberförsterei Finkenkrug geladen. "Fledermäuse gab es schon zu Dinosaurierzeiten" – mit dieser Aussage begann Experte Tobias Dürr seinen Bericht über Arten, Herkunft, Gewicht und Verhalten der Fledermäuse.
Dabei holte er eine Fledermaus nach der anderen aus einem Netz und präsentierte sie den Besuchern. Er trug dicke Handschuhe. Denn auch, wenn die Tiere klein sind, sind ihre Zähne und Krallen doch scharf. Als die erste Fledermaus aus der Hand des Erzählers zum Flug startete und über die Köpfe der Besucher segelte, ging ein Schaudern durch die Menge. "Fledermäuse gelten als angsteinflößend, werden oft mit Vampiren in Verbindung gebracht, dabei tun sie niemanden etwas zu Leide", erzählte Tobias Dürr. Die Kinder glaubten ihm.
Die Nabu-Ortsgruppe in Brieselang, bestehend aus 15 Mitgliedern, betreut Krötenzäune und Turmfalken- sowie Schleiereulen-Kästen und will das Interesse für den Naturschutz wecken. Nach Einbruch der Dunkelheit brachen am Freitag circa 40 Kinder und Erwachsene mit Taschenlampen auf und erleuchteten den Weg zum Tümpel im Wald. Schnell kam der Verdacht auf, die Fledermäuse könnten sich vom Lärm abgeschreckt fühlen und den Tümpel meiden. Aber Fred Meister, Vorsitzender der Brieselanger Nabu-Gruppe, beruhigte: "Unsere Geräusche stören die Fledermaus überhaupt nicht, sie fliegt trotzdem ihre Runden."
Am Tümpel angekommen, wurden große, feine, weiße Netze sichtbar, die zwischen den Bäumen, bis kurz über Kopfhöhe, zum Fangen der Fledermäuse gespannt wurden. Das Warten begann. Und eine ganze Weile passierte gar nichts. Dann, ganz plötzlich, landete eine Fledermaus im Netz. "Hier ist eine! Wir haben eine Fledermaus!", ertönte es aus Kindermündern, und Jubelschreie werden laut. Tobias Dürr griff mutig ins Netz, um die Fledermaus zu befreien. Sogleich fand er sich im Kreis einer Kinderschar wieder. Fünf Taschenlampen wurden auf die kleine Fledermaus in seinen Händen gerichtet. "Darf ich sie mal streicheln?", hieß es aus drei Richtungen gleichzeitig. "Seid vorsichtig. Die Fledermaus ist noch nicht ausgewachsen", erklärte Dürr, nachdem er ihre schwarzen, ledrigen Flügel mit einer Taschenlampe durchleuchtet hatte.
"Es hat tatsächlich geklappt. Wir haben eine Fledermaus gefangen", rief ein kleiner Junge und erzählte seinen Eltern, dass er den Ausflug "echt cool" fand. In tiefer Dunkelheit verließ eine zufrieden aussehende Gruppe den Ort des Geschehens. Aufregend war es, und alle waren sich einig: Fledermäuse sind toll. "Und nützlich", wurde abschließend erklärt, "Mücken gelten als Leibgericht der Fledermäuse". Michaela Börgemann, Nabu-Mitglied, lachte: "Bei der momentanen Mückenplage sollten wir uns also alle eine Fledermaus als Haustier halten!" Aber gestochen wurden die Teilnehmer der Fledermausnacht trotzdem.
Der Nabu in Brieselang sucht noch Mitstreiter – gerne auch für einzelne Projekte. Nächster Termin: Am Sonnabend, dem 13. Oktober, werden in Linum Kraniche und Gänse beobachtet. Wer eine Mitfahrgelegenheit sucht, kann sich melden. Die Rufnummer lautet: (03 32 32) 3 97 88, www.nabu-brieselang.de
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